Julie Postel

Unter ihrem bürgerlichen Namen Julie Postel wird die spätere Ordensgründerin am 28. November 1756 in Barfleur in der Normandie geboren. Mit 18 Jahren eröffnet sie dort eine Schule, in der sie mit pädagogischem Weitblick und großer Menschenkenntnis Mädchen unterrichtet.

Mit dem Ziel vor Augen trotz schwieriger Zeiten

Während der Französischen Revolution gerät die Kirche in ihrer Heimat in große Bedrängnis. Julie Postel begegnet dieser Not aus tiefem Glauben heraus mit dem Einsatz ihres Lebens. 1807 gründet sie die Gemeinschaft der "Armen Töchter der Barmherzigkeit" und wählt den Namen Maria Magdalena (daher heute "Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel"). Nach langen Jahren des Suchens zieht die kleine Gemeinschaft 1832 in die Ruinen der ehemaligen Benediktinerabtei Saint-Sauveur-le-Vicomte.

Mit unerschütterlichem Gottvertrauen erbaut sie unter großen Schwierigkeiten aus den Trümmern der Abtei das Mutterhaus der Gemeinschaft. Im Alter von fast 90 Jahren stirbt Maria Magdalena am 16. Juni 1846. Durch Papst Pius X. wird sie am 17. Mai 1908 selig und durch Papst Pius XI. am 24. Mai 1925 heilig gesprochen.

Placida Viel führt das Werk von Maria Magdalena fort

Die selige Placida Viel führt das Werk der Gründerin fort. Unter ihrem Einfluss wächst die Gemeinschaft über die Grenzen Frankreichs hinaus. Placida Viel knüpft in dieser Zeit Kontakt zu vier Lehrerinnen im Eichsfeld, die der Ordensgemeinschaft beitreten wollen. So entsteht 1862 in Heiligenstadt die erste deutsche Niederlassung — weshalb die Schwestern der hl. Maria Magdalena Postel bis heute auch "Heiligenstädter Schulschwestern" genannt werden.